Zeitungen, Versandkartons, Schreibpapier oder leere Müslischachteln verschwinden nach Gebrauch meist recht unspektakulär in der Papiertonne. Aus Sicht der Kreislaufwirtschaft beginnt an diesem Punkt jedoch ein neuer Produktionsprozess. Denn Altpapier ist kein wertloser Abfall, sondern ein wichtiger Sekundärrohstoff für die Herstellung neuer Papiere, Pappen und Kartons.
In Deutschland basiert die Papierproduktion heute zu einem erheblichen Teil auf zurückgewonnenen Fasern. Im Jahr 2024 lag die sogenannte Altpapiereinsatzquote bei rund 84 Prozent. Das bedeutet allerdings nicht, dass 84 Prozent jedes einzelnen Papierprodukts aus Recyclingfasern bestehen. Die Quote setzt die von der Papierindustrie eingesetzte Altpapiermenge ins Verhältnis zur gesamten Papierproduktion. Je nach Papiersorte unterscheiden sich die tatsächlichen Anteile erheblich.
Auch die Vorstellung eines vollständig geschlossenen Kreislaufs greift zu kurz. Papierfasern können mehrfach genutzt werden, gehen dem System aber an verschiedenen Stellen verloren. Zudem eignen sich nicht alle zurückgewonnenen Fasern für jedes neue Papierprodukt. Frischfasern bleiben deshalb Bestandteil des Gesamtsystems.
Was zählt überhaupt als Altpapier?
Als Altpapier werden gebrauchte Erzeugnisse aus Papier, Pappe und Karton bezeichnet, die nach ihrer Nutzung gesammelt und für eine erneute stoffliche Verwertung bereitgestellt werden.
Dazu zählen beispielsweise Zeitungen und Zeitschriften, Schreib- und Druckpapier, Kartons, Papiertüten, Wellpappe und zahlreiche Papierverpackungen. Entscheidend ist jedoch nicht nur, ob ein Gegenstand überwiegend aus Papier besteht. Für das Recycling spielt eine wesentliche Rolle, wie gut sich die enthaltenen Fasern wieder aus dem Produkt lösen und von anderen Materialien trennen lassen.
Schwierigkeiten verursachen beispielsweise Fremdstoffe, bestimmte Beschichtungen, Klebstoffe, Folien und Verbundmaterialien. Auch starke Verschmutzungen können eine sinnvolle stoffliche Verwertung verhindern oder zumindest erschweren.
Ein typischer Irrtum besteht deshalb darin, jedes papierähnliche Produkt automatisch dem Altpapier zuzuordnen. Getränkekartons etwa bestehen zwar zu einem wesentlichen Teil aus Papierfasern, sind jedoch Verbundverpackungen und gehören in Deutschland grundsätzlich in die Sammlung für Leichtverpackungen. Auch stark verschmutzte Papiere gehören normalerweise nicht in die Altpapiersammlung.
Die Qualität des späteren Recyclingrohstoffs wird somit bereits beim Wegwerfen beeinflusst.
Die getrennte Sammlung bildet die Grundlage
In Haushalten wird Altpapier überwiegend über kommunale oder kommunal organisierte Sammelsysteme erfasst. Dazu gehören insbesondere Papiertonnen, Wertstoffhöfe und je nach Kommune weitere Sammelangebote.
Daneben entstehen große Mengen Altpapier außerhalb privater Haushalte. Handel, Büros, Logistikunternehmen, Druckereien und andere Gewerbebetriebe erzeugen teilweise sehr homogene Papier- und Kartonfraktionen. Auch bei Umzügen, Entrümpelungen oder größeren Warenlieferungen können erhebliche Mengen innerhalb kurzer Zeit anfallen. Für solche Mengen kann ein Papiercontainer zur getrennten Erfassung von Papier, Pappe und Karton eingesetzt werden.
Die getrennte Sammlung hat einen technischen Hintergrund: Altpapier lässt sich umso effizienter weiterverarbeiten, je geringer der Anteil ungeeigneter Fremdstoffe ist.
Dabei ist Altpapier keineswegs ein einheitliches Material. Ein sauberer Wellpappkarton besitzt andere Fasereigenschaften als eine Tageszeitung, ein Hochglanzmagazin oder weißes Büropapier. Entsprechend wichtig ist die anschließende Sortierung.
Altpapier wird nach Qualität getrennt
Nach der Sammlung gelangt das Material in Sortier- und Aufbereitungsprozesse oder, bei bereits ausreichend definierten Qualitäten, direkt zu Papierfabriken.
Für den professionellen Handel mit Altpapier existieren zahlreiche definierte Sorten und Qualitätsanforderungen. Unterschieden werden unter anderem gemischte Altpapiere, Wellpappenqualitäten, grafische Papiere und besonders hochwertige Sorten aus Druckereien oder Bürobereichen.
Diese Differenzierung ist für das spätere Recycling entscheidend. Papierhersteller benötigen je nach Produkt unterschiedliche Fasereigenschaften. Fasern für Verpackungspapiere müssen beispielsweise andere Anforderungen erfüllen als Ausgangsmaterial für bestimmte grafische Recyclingpapiere.
Bei der Sortierung werden zudem unerwünschte Bestandteile entfernt. Dazu können Kunststofffolien, Metallteile, textile Materialien oder andere Fehlwürfe gehören.
Ein besonderes technisches Problem stellen klebende Verunreinigungen dar. In der Fachsprache werden sie häufig als „Stickies“ bezeichnet. Sie können beispielsweise aus Haftklebstoffen von Etiketten oder anderen klebenden Bestandteilen stammen. Gelangen sie in den Faserstoff, können sie Ablagerungen verursachen, Maschinen beeinträchtigen oder Qualitätsfehler im fertigen Papier hervorrufen.
Damit wird deutlich: Beim Papierrecycling geht es nicht nur darum, möglichst viel Material zu sammeln. Die Reinheit und Zusammensetzung des Rohstoffs sind mindestens ebenso wichtig.
Im Pulper werden die Papierfasern wieder freigelegt
In der Papierfabrik beginnt die eigentliche Faseraufbereitung häufig im sogenannten Pulper. Seine Aufgabe besteht darin, das Altpapier mit Wasser aufzuschließen.
Durch intensive mechanische Bewegung löst sich der Papierverbund zunehmend auf. Die einzelnen Fasern verteilen sich im Wasser. Es entsteht eine Fasersuspension, die in der Papierindustrie als Stoff bezeichnet wird.
Das Ausgangspapier wird dabei nicht einfach zu einem feinen Pulver zermahlen. Ziel ist vielmehr, die noch nutzbaren Fasern möglichst gut zurückzugewinnen.
In dieser Suspension befinden sich zunächst neben Papierfasern auch zahlreiche unerwünschte Bestandteile. Deshalb schließen sich Reinigungs- und Sortierstufen an.
Je nach Anlage und eingesetztem Rohstoff können verschiedene Verfahren kombiniert werden. Sie nutzen beispielsweise Unterschiede in Größe, Form, Dichte oder anderen Eigenschaften, um Verunreinigungen vom nutzbaren Faserstoff zu trennen.
Gröbere Fremdstoffe können durch Siebe zurückgehalten werden. Andere Störstoffe werden in weiteren Reinigungsstufen abgetrennt.
Der konkrete Prozess unterscheidet sich erheblich danach, welches Altpapier verarbeitet wird und welches Endprodukt entstehen soll.
Deinking ist vor allem für grafische Papiere wichtig
Bei bedrucktem Altpapier kann eine zusätzliche Herausforderung entstehen: Die Druckfarbe muss vom Faserstoff getrennt werden, wenn daraus wieder entsprechend helle grafische Papiere hergestellt werden sollen.
Dieser Prozess wird als Deinking bezeichnet.
Dazu müssen die Farbpartikel zunächst von den Papierfasern abgelöst werden. Anschließend werden sie aus der Fasersuspension entfernt. Ein weit verbreitetes Verfahren ist die Flotation.
Dabei werden unter geeigneten Prozessbedingungen Luftblasen in die Suspension eingebracht. Abgelöste Druckfarbenpartikel lagern sich an die Luftblasen an, steigen mit ihnen nach oben und können über den entstehenden Schaum aus dem Prozess entfernt werden.
Das Verfahren zeigt zugleich, wie stark die Recyclingfähigkeit eines Druckprodukts von seiner Gestaltung und Herstellung abhängen kann. Nicht jede Druckfarbe lässt sich gleich gut entfernen. Bestimmte Druckverfahren, Lackierungen und stark vernetzte Farbsysteme können das Deinking erschweren.
Die recyclinggerechte Gestaltung von Druckerzeugnissen beginnt deshalb bereits lange vor der Entsorgung.
Nicht jedes Altpapier durchläuft allerdings eine Deinking-Anlage. Für zahlreiche Verpackungspapiere und Kartons ist eine vollständige Entfernung der Druckfarben technisch weder notwendig noch sinnvoll. Entscheidend sind die Qualitätsanforderungen an das spätere Produkt.
Vom gereinigten Faserstoff zurück zur Papierbahn
Nach Auflösung, Sortierung, Reinigung und gegebenenfalls Deinking steht ein aufbereiteter Faserstoff zur Verfügung.
Dieser wird für die gewünschte Papiersorte eingestellt. Je nach Produkt können neben Recyclingfasern auch Frischfasern, mineralische Füllstoffe und funktionale Hilfsstoffe zum Einsatz kommen.
Anschließend gelangt die stark wasserhaltige Fasersuspension zur Papiermaschine.
Dort wird sie gleichmäßig auf einer laufenden Siebpartie verteilt. Ein erheblicher Teil des Wassers läuft beziehungsweise wird bereits in diesem Abschnitt aus dem Faservlies entfernt. Danach folgen Pressen, die weiteres Wasser mechanisch herausdrücken.
Da sich Wasser allein durch mechanische Verfahren nicht ausreichend entfernen lässt, folgt anschließend die energieintensivere thermische Trocknung. Erst danach besitzt die Papierbahn die für weitere Verarbeitungsschritte erforderlichen Eigenschaften.
Je nach Papiersorte können zusätzliche Behandlungsschritte folgen, etwa Glättung, Beschichtung oder die Anpassung bestimmter Oberflächeneigenschaften.
Aus zurückgewonnenen Fasern entstehen unter anderem Verpackungs- und Wellpappenpapiere, Kartons, Zeitungsdruckpapier, bestimmte Schreib- und Druckpapiere sowie Hygienepapiere.
Welcher Rohstoff für welches Produkt geeignet ist, hängt jedoch stark von der Faserqualität ab.
Recycling funktioniert nicht nach dem Prinzip „aus Karton wird Karton“
Ein verbreitetes Bild vom Recycling ist ein geschlossener Produktkreislauf: Aus einer Zeitung werde wieder eine Zeitung und aus einem Versandkarton wieder ein neuer Versandkarton.
In der Praxis ist der Papierkreislauf wesentlich komplexer.
Recycling findet auf Ebene der verfügbaren Fasern und Faserqualitäten statt. Die Fasern eines entsorgten Produkts können später in einer ganz anderen Papier- oder Kartonsorte landen.
Dabei spielt auch sogenanntes Downcycling eine Rolle. Fasern, die für eine besonders anspruchsvolle grafische Anwendung nicht mehr geeignet sind, können unter Umständen noch in anderen Produkten eingesetzt werden.
Die Qualität des Ausgangsmaterials bestimmt deshalb maßgeblich, welche Verwendungsmöglichkeiten anschließend bestehen.
Zugleich verändert sich das Altpapierangebot strukturell. Durch die Digitalisierung werden weniger Zeitungen und klassische Büro- und Druckpapiere verwendet. Gleichzeitig besitzen Verpackungspapiere und Kartonagen durch Versandhandel und Warenlogistik eine hohe Bedeutung.
Für die Papierwirtschaft hat das praktische Folgen: Ein hoher mengenmäßiger Altpapieranfall garantiert nicht automatisch, dass genügend Fasern jeder benötigten Qualität verfügbar sind.
Wie oft lässt sich eine Papierfaser recyceln?
Hier wird häufig eine vermeintlich einfache Zahl genannt. Papierfasern könnten fünf-, sieben- oder sogar noch häufiger recycelt werden.
Solche pauschalen Angaben sind nur begrenzt aussagekräftig.
Eine einzelne Faser besitzt keinen fest definierten Zeitpunkt, an dem sie nach einer bestimmten Anzahl von Recyclingdurchgängen automatisch unbrauchbar wird. Die tatsächliche Nutzbarkeit hängt unter anderem von der Faserart, den vorherigen Produktionsprozessen, der mechanischen Beanspruchung und den Anforderungen des nächsten Papierprodukts ab.
Fest steht jedoch, dass Fasern im Kreislauf nicht unbegrenzt erhalten bleiben.
Bei Aufbereitung und Papierherstellung verändern sich ihre Eigenschaften. Zudem gehen Fasern während der Nutzung und Entsorgung dauerhaft verloren.
Ein anschauliches Beispiel sind Hygienepapiere. Toilettenpapier oder benutzte Papiertaschentücher kehren nach ihrer Verwendung üblicherweise nicht mehr in den Altpapierkreislauf zurück. Die darin enthaltenen Fasern verlassen das System.
Auch Tapeten, verschmutzte Papiere, bestimmte Verbundprodukte und nicht getrennt gesammelte Papierabfälle führen dazu, dass Fasermaterial dem Kreislauf entzogen wird.
Deshalb benötigt das Gesamtsystem kontinuierlich neue Fasern.
Warum Frischfasern trotz hoher Recyclingquote notwendig bleiben
Frischfasern und Recyclingfasern sollten nicht als zwei voneinander unabhängige Rohstoffsysteme betrachtet werden.
Frischfasern gelangen bei der Herstellung von Primärfaserpapier erstmals in den Papierkreislauf. Wird dieses Papier später richtig gesammelt und recycelt, können die Fasern anschließend mehrfach weitergenutzt werden.
Ohne diesen kontinuierlichen Zufluss ließe sich der Papierkreislauf aufgrund der unvermeidbaren Verluste nicht dauerhaft aufrechterhalten.
Auch qualitative Anforderungen spielen eine Rolle. Für bestimmte Papiere werden besonders lange oder definierte Fasern benötigt. Nicht jede Altpapiermischung kann diese Eigenschaften liefern.
Ein sinnvoller Papierkreislauf besteht deshalb aus einer möglichst langen Nutzung vorhandener Fasern, ihrer hochwertigen Wiederverwertung und einer bedarfsgerechten Ergänzung durch Frischfasern.
Die eigentliche Stärke des Recyclings liegt nicht darin, Frischfasern vollständig überflüssig zu machen. Sie liegt darin, bereits eingesetzte Fasern möglichst häufig zu nutzen und dadurch den Bedarf an neuem Primärmaterial deutlich zu reduzieren.
Störstoffe können die Papierproduktion erheblich erschweren
Nicht alles, was in einer Altpapiersammlung landet, kann wieder zu Papier werden.
Besonders problematisch sind Materialien, die sich während der Aufbereitung nur schwer von den Fasern trennen lassen oder deren Qualität beeinträchtigen.
Dazu gehören je nach Beschaffenheit:
Kunststofffolien und Kunststoffbeschichtungen, Metallbestandteile, Textilien, stark verschmutztes Papier, bestimmte Klebstoffe, wasserfeste oder nassfeste Papiere sowie komplexe Verbundmaterialien.
Auch vermeintlich kleine Bestandteile können große technische Auswirkungen haben. Klebrige Stoffe können sich beispielsweise auf Walzen, Sieben und anderen Maschinenteilen ablagern oder als sichtbare Fehler im fertigen Papier auftreten.
Die moderne Altpapieraufbereitung verfügt zwar über zahlreiche Trenn- und Reinigungstechniken. Daraus folgt jedoch nicht, dass jeder beliebige Fremdstoff problemlos entfernt werden kann.
Aus Sicht der Kreislaufwirtschaft ist es wesentlich effizienter, ungeeignete Materialien gar nicht erst in den Rohstoffstrom gelangen zu lassen.
Recyclingpapier ist ökologisch vorteilhaft, aber nicht ressourcenfrei
Papierrecycling reduziert den Bedarf an Primärfasern und ermöglicht es, bereits gewonnene Holzfasern mehrfach zu nutzen.
Ökobilanzen des Umweltbundesamtes zeigen für untersuchte grafische und Hygienepapiere deutliche Vorteile von Recyclingpapier gegenüber vergleichbaren Frischfaserpapieren. Im Durchschnitt wurden bei der Herstellung rund 78 Prozent weniger Wasser, 68 Prozent weniger Energie und etwa 15 Prozent weniger CO₂-Emissionen ermittelt.
Diese Werte sollten dennoch nicht als universelle Kennzahlen für jedes Papierprodukt verstanden werden. Umweltwirkungen hängen unter anderem von der konkreten Papierart, dem Herstellungsverfahren, dem Energiemix, der Herkunft der Rohstoffe und den betrachteten Systemgrenzen ab.
Papierrecycling selbst benötigt ebenfalls Ressourcen.
Altpapier muss gesammelt und transportiert werden. Sortieranlagen benötigen Energie. In der Papierfabrik wird das Material aufgelöst, gereinigt, gepumpt, entwässert und getrocknet. Beim Deinking entstehen zudem ausgeschleuste Bestandteile, die weiterbehandelt werden müssen.
Recycling bedeutet deshalb nicht, dass ein Produkt ohne neue Umweltbelastungen entsteht.
Der entscheidende Vorteil liegt vielmehr darin, einen bereits vorhandenen Rohstoff erneut einzusetzen und dadurch Primärressourcen zu schonen.
Abfallvermeidung bleibt dem Recycling vorgelagert
Eine hohe Recyclingquote allein macht einen hohen Papierverbrauch nicht automatisch nachhaltig.
In der europäischen Abfallhierarchie steht die Vermeidung vor der Wiederverwendung und dem Recycling. Das hat einen nachvollziehbaren Grund: Was gar nicht erst produziert und entsorgt werden muss, verursacht auch keinen erneuten Aufbereitungsaufwand.
Für Papier bedeutet das nicht, auf sinnvolle Papierprodukte grundsätzlich zu verzichten. Entscheidend ist vielmehr, unnötigen Verbrauch zu vermeiden, Produkte angemessen zu nutzen und das anschließend anfallende Altpapier möglichst vollständig und sauber zurückzuführen.
Auch Wiederverwendung kann vor dem Recycling sinnvoll sein. Ein stabiler Versandkarton, der ein zweites Mal genutzt wird, benötigt für diese weitere Nutzung zunächst keinen erneuten industriellen Aufbereitungsprozess.
Erst wenn eine direkte Weiterverwendung nicht mehr sinnvoll ist, kommt das stoffliche Recycling zum Tragen.
Ein funktionierender Kreislauf hängt von der Qualität ab
Deutschland verfügt über einen ausgeprägten Altpapierkreislauf. Die Papierindustrie setzte 2024 rund 84 Prozent Altpapier bezogen auf ihre Produktionsmenge ein. Damit ist Sekundärfaserstoff ein zentraler Rohstoff der Branche.
Die Zahl allein beschreibt jedoch nur einen Teil des Systems.
Für hochwertiges Recycling kommt es darauf an, welche Papierqualitäten gesammelt werden, wie hoch der Fremdstoffanteil ist und für welche Produkte die zurückgewonnenen Fasern anschließend geeignet sind. Ebenso entscheidend ist, dass Produkte überhaupt recyclinggerecht konstruiert werden und die Fasern nach der Nutzung in der richtigen Sammlung landen.
Papierrecycling ist damit kein einfacher Vorgang, bei dem gebrauchtes Papier zerkleinert und anschließend wieder zusammengepresst wird. Dahinter steht eine differenzierte Rohstoffwirtschaft mit Sortierung, Faseraufschluss, Reinigung, teilweise Deinking und gezielter Wiederverwendung unterschiedlicher Faserqualitäten.
Je sauberer dieser Kreislauf funktioniert, desto länger lässt sich der Rohstoff Holzfaser nutzen. Vollständig geschlossen wird das System dennoch nicht. Genau darin liegt eine der wichtigsten fachlichen Einordnungen: Erfolgreiches Papierrecycling bedeutet nicht, Materialverluste vollständig zu verhindern, sondern vorhandene Fasern möglichst hochwertig und möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten.












