Anfang Dezember laufen die Heizkörper seit Wochen, die Fenster bleiben länger geschlossen, und morgens ist es im Bad noch dunkel. Wer dann das Licht anmacht, merkt es zuerst an den Wangen: Die Haut spannt, an der Nase löst sich eine kleine Schuppe, die Hände fühlen sich rau an. Meist gibt man der Kälte draußen die Schuld. Dabei entsteht der größere Teil des Problems in der Wohnung, und wer dort ein Hygrometer aufstellt, kann die Luftfeuchte ablesen.
Warum die Haut in beheizten Räumen Wasser verliert
Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Wird kalte Außenluft im Zimmer erwärmt, sinkt ihre relative Feuchte deutlich. Das Umweltbundesamt nennt für Wohnräume einen Bereich von 40 bis 60 Prozent, vor allem wegen des Schimmelrisikos. Unterhalb von 40 Prozent macht sich der Mangel auch auf der Haut bemerkbar. Die oberste Hautschicht hält Wasser mit Hilfe von Fetten zwischen den Hornzellen zurück. Je trockener die Luft im Zimmer, desto mehr Wasser gibt die Haut über diese Schicht nach außen ab. Nach einigen Wochen mit trockener Raumluft fehlt der Nachschub, die Oberfläche wird rau und beginnt zu schuppen.
Wenn Kälte draußen und kurze Nächte drinnen zusammenkommen
Draußen kommt ein zweiter Faktor hinzu. Fallen die Temperaturen unter etwa acht Grad, produzieren die Talgdrüsen weniger Fett, wie Hautärzte der Uniklinik Aachen beschreiben. Der schützende Fettfilm auf der Haut wird dünner, und zwar genau in den Wochen, in denen die Raumluft ihr ohnehin Wasser entzieht. Beides macht sich zuerst im Gesicht bemerkbar, dem einzigen Stück Haut, das im Winter unbedeckt bleibt.
Meist unbeachtet bleibt ein dritter Faktor: Im Dezember kommen Jahresabschluss, Feiern und späte Abende zusammen, und die Nächte werden kürzer, obwohl es draußen länger dunkel ist. In der Nacht laufen in der Haut Reparaturvorgänge ab, für die tagsüber keine Ruhe bleibt.
Nach mehreren Wochen mit zu wenig Schlaf zeigt sich das am Morgen im Spiegel.
Vierundzwanzig Abende statt eines großen Vorsatzes
Gegen alle drei Faktoren hilft weniger eine einmalige Anwendung als eine Gewohnheit. Einmal eincremen ersetzt das Wasser eines Abends, nicht die Verluste eines ganzen Monats. Eine Gewohnheit hält sich am besten, wenn sie an eine feste Zeit und einen festen Platz gebunden ist, so wie das Zähneputzen am Abend. Guter Wille allein reicht dafür selten.
Im Dezember bietet sich ein fester Takt von selbst an: das Datum. Wer die abendliche Pflege daran knüpft, hält sie leichter durch. Mit einem Adventskalender mit 24 Pflegeprodukten in Originalgröße und in Reisegröße steht für jeden Abend vom 1. bis zum 24. Dezember ein Produkt fest. Die Wiederholung zählt dabei mehr als das einzelne Türchen. Entscheidend ist, dass zur selben Zeit etwas aufgetragen wird, weniger, was genau.
Was nach Weihnachten von der Routine bleibt
Die Hornschicht erneuert sich über Wochen, nicht von heute auf morgen. Bleibt der Abendablauf im Januar bestehen, zeigt sich der Unterschied erst mit Verzögerung, dann aber deutlich. Zwei Dinge bleiben über den 24. Dezember hinaus sinnvoll: kurz und nicht heiß duschen, wie die Uniklinik Aachen für den Winter empfiehlt, und mehrmals täglich stoßlüften, damit die Raumluft wieder in den Bereich kommt, den das Umweltbundesamt nennt.











